Aktuell

Projekt 1: GÖTTER ZUM ANFASSEN

Die größten Errungenschaften der europäischen Geschichte entstanden im antiken Griechenland. Sie leben in unseren Dichtungen und Dramen weiter. In unseren naturwissenschaftlichen und philosophischen Gedanken sind sie allgegenwärtig. In den Künsten bleiben sie Vorbild und in den Wissenschaften sind sie ein fester Bestandteil. Wir sollten sie pflegen.

In der Baukunst gilt der Zeustempel als eines der vollkommensten Werke. In hervorragender Art und Weise vermittelt er die Harmonie der Gegensätze und seinen klassischen Charakter.

Als jahrelanger Hochschullehrer am Institut für Architektur der TU Berlin und als Liebhaber der griechischen Antike sehe ich mich in der Verpflichtung, allen Interessierten im internationalen Miteinander diese Baukunst zu vermitteln. Ich will in Zusammenarbeit mit jungen Menschen diese großartige architekturgeschichtliche Errungenschaft neu ins Bewusstsein rufen und für unsere Zukunft sozial, bildungspolitisch und unterhaltsam begleiten.

Was tun?

Das Wissen muss den Kopf verlassen und in Herz und Hände übergehen

Wissen verlangt nach Gestaltung. Ohne Gestaltung bleibt Wissen tot und starr, es wird nicht begreifbar und bleibt blind und „unanschaubar“ … Gestaltung bedeutet Arbeit, sie muss aktiv gemacht werden. Und hier sind die Lehrer gefragt als Vertraute, Erzieher, Tippgeber, Weichensteller, Impulsgeber, Animateure, Beispielgeber, Kritiker, Lobende, Idealisten, Didaktiker, Pädagogen, Vorbilder, Philosophen, Motivatoren usw. usf.

Wir müssen Generatoren sein, die aus geschriebenen und gesprochenen Worten analoge Bilder erzeugen. Wahrnehmbar mit allen Sinnen – wir übersetzen das Wort in Merk- und Wirkmale, die allen Sinnen zugänglich sind. Und es geht insbesondere darum, nicht nur das „Was“ der Lehre im Blick zu haben, sondern auch das „Wie“ der Lehre.

Ich hatte niemals vor, mein eigenes Teilwissen an die Tafel zu schreiben, damit die Studierenden es säuberlich abschreiben und nach Hause tragen. Die Lehre ist ein soziales Spiel, nicht nur ein Sprachspiel, sondern immer soziale Interaktion über den Austausch sprachlicher Botschaften hinaus. Soziale Interaktion setzt Nähe voraus, nicht Distanz. Es ging mir immer um die Nähe zu den Studierenden, um Beziehungen – nicht um Anbiederung, sondern um den Austausch auf Augenhöhe, immer mit Wissens- und Erfahrungsvorsprung (notwendigerweise), aber nie überheblich, arrogant oder selbst „unbelehrbar.“ Der ständige Blick zurück auf mein eigenes Studium hat mich immer wieder darin bestärkt, dass dieser Weg der richtige Weg sein muss.

Und Voraussetzung für das Tun ist und bleibt die Überzeugung:

Man muss mögen, was man tut – und man sollte diejenigen mögen, für die man es tut!

Ich für meinen Teil kann sagen: Ich mag es, zu gestalten – und ich mag die Studierenden. Darum bin ich Lehrer an der Universität geworden.

Projekt 2: DIE VEREINIGTEN VOGELHÄUSER DER WELT

Hier möchte ich Ihnen das Ausstellungsvorhaben „Die Vereinigten Vogelhäuser der Welt“ vorstellen, das ich als Hochschullehrer an der Technischen Universität Berlin gemeinsam mit meinen Studierenden entwickelt habe. Wir sind, was die Realisierung unseres Vorhabens angeht, mit unseren rund 350 Kreativen aus allen Ländern der Welt so etwas wie die derzeit größte Künstlergemeinschaft Berlins.

Vorstellen möchten wir ein „Weltbild,“ das aus ca. 200 Vogelhäuschen besteht. Es umfasst kollagenhafte Modelle der jeweils landestypischen und kulturspezifischen Architekturen, die in einer räumlichen Kunstinstallation angeordnet sind. Das Projekt bedarf, damit es sich lebendig entfalten kann, der öffentlich sichtbaren Umsetzung. Dies wiederum erfordert institutionelle Unterstützung und einen institutionellen Rahmen – umso mehr, wenn es (wie bei unserem „Vogelhaus-Weltbild“) um eine aus der akademischen Lehre heraus entstandene, anspruchsvolle Unternehmung  geht, die den universitären Elfenbeinturm verlassen soll.

Das Anliegen hat neben der ästhetischen Dimension, die sich im scheinbaren Klischee bewegt, einen politischen Impetus, dessen Bedeutung in den letzten Wochen, Monaten und Jahren zunehmend gewachsen ist. Der Leitgedanke, der für unser Projekt bestimmend ist, lässt sich auf den folgenden Nenner bringen: 

Die Probleme der Welt werden größer, die Welt selbst scheint ständig kleiner zu werden. Engerer Raum bringt Nähe – und in und aus der Nähe entsteht die Notwendigkeit zum Miteinander. Das „Sich-aus-dem-Wege-Gehen“ oder die Konfrontation sind keine Optionen. Der Begriff der Grenzenlosigkeit bekommt eine neue Bedeutung, er wird zur Notwendigkeit des Miteinanders.