Aktuell

Drei Projekte für die Zukunft

Drei Projekte, die ich über die Jahre entwickelt habe, aber noch nicht endgültig umsetzen konnte, liegen mir besonders am Herzen. Sie sind das, was ich im wahrsten Sinne des Wortes als „Vorhaben“ vor mir hertrage. Mit diesen Projekten möchte ich ein wenig die Kultur pflegen und meinen Beitrag dazu leisten, das soziale Handeln zu unterstützen und die Politik versöhnlicher gestalten. Das ist ambitioniert, aber möglich. Jimmy Cliff prägte mal den Ausspruch: „I’m not a politician, I’m a musician with a mission.“ So fühle ich mich auch, diesmal aber nicht mittels der Musik, sondern in meiner Mission und mit meiner Ambition als Gestalter.

Projekt 1: GÖTTER ZUM ANFASSEN

„Wir kommen und gehen…
Was bleibt ist die Geschichte.
Wir sollten sie pflegen.“

Die größten Errungenschaften der europäischen Geschichte entstanden im antiken Griechenland. Sie leben in unseren Dichtungen und Dramen weiter. In unseren naturwissenschaftlichen und philosophischen Gedanken sind sie allgegenwärtig. In den Künsten (bleiben sie) und in den Wissenschaften sind sie noch unerreichbar. Wir sollten sie pflegen. Bei aller Liebe zum Geld und zur Kritik an Griechenland sollten wir darum die kulturellen Errungenschaften dieses Landes nicht ganz aus den Augen verlieren.

Der Zeustempel gilt als eines der vollkommensten Werke der griechischen Baukunst. Wie kaum eine andere Architektur zeigt er das Gleichgewicht der stützenden und lastenden Kräfte. In hervorragender Art und Weise vermittelt er die Harmonie der Gegensätze und seinen klassischen Charakter.

Im Inneren des Tempels thront die Skulptur des Zeus, erschaffen vom berühmtesten Bildhauer seiner Zeit: Phidias kreierte mit seiner Statue des mächtigsten Gottes im griechischen Götterhimmel eines der sieben Weltwunder.

Als jahrelanger Hochschullehrer am Institut für Architektur der TU Berlin und als Liebhaber der griechischen Antike sehe ich mich in der Verpflichtung, allen Interessierten im internationalen Miteinander diese Baukunst zu vermitteln. Ich will in Zusammenarbeit mit jungen Menschen diese großartige architekturgeschichtliche Errungenschaft neu ins Bewusstsein rufen und für unsere Zukunft sozial, bildungspolitisch und unterhaltsam begleiten.

Was tun?

Das Wissen muss den Kopf verlassen und in Herz und Hände übergehen

Wissen verlangt nach Gestaltung. Ohne Gestaltung bleibt Wissen tot und starr, es wird nicht begreifbar und bleibt blind und „unanschaubar“ … Gestaltung bedeutet Arbeit, sie muss aktiv gemacht werden. Und hier sind die Lehrer gefragt als Vertraute, Erzieher, Tippgeber, Weichensteller, Impulsgeber, Animateure, Beispielgeber, Kritiker, Lobende, Idealisten, Didaktiker, Pädagogen, Vorbilder, Philosophen, Motivatoren usw. usf.

Wir müssen Generatoren sein, die aus geschriebenen und gesprochenen Worten analoge Bilder erzeugen. Wahrnehmbar mit allen Sinnen – wir übersetzen das Wort in Merk- und Wirkmale, die allen Sinnen zugänglich sind. Und es geht insbesondere darum, nicht nur das „Was“ der Lehre im Blick zu haben, sondern auch das „Wie“ der Lehre.

Ich hatte niemals vor, mein eigenes Teilwissen an die Tafel zu schreiben, damit die Studierenden es säuberlich abschreiben und nach Hause tragen. Die Lehre ist ein soziales Spiel, nicht nur ein Sprachspiel, sondern immer soziale Interaktion über den Austausch sprachlicher Botschaften hinaus. Soziale Interaktion setzt Nähe voraus, nicht Distanz. Es ging mir immer um die Nähe zu den Studierenden, um Beziehungen – nicht um Anbiederung, sondern um den Austausch auf Augenhöhe, immer mit Wissens- und Erfahrungsvorsprung (notwendigerweise), aber nie überheblich, arrogant oder selbst „unbelehrbar.“ Der ständige Blick zurück auf mein eigenes Studium hat mich immer wieder darin bestärkt, dass dieser Weg der richtige Weg sein muss.

Und Voraussetzung für das Tun ist und bleibt die Überzeugung:

Man muss mögen, was man tut – und man sollte diejenigen mögen, für die man es tut!

Ich für meinen Teil kann sagen: Ich mag es, zu gestalten – und ich mag die Studierenden. Darum bin ich Lehrer an der Universität geworden.