Koopera­tionen WIRT­SCHAFT

Dreidimensionale Projekte wurden immer über den Modellbau gesucht, gefunden und präsentiert.

Jungfernflug mit der Lufthansa

Nach zehnjährigem Repetieren von Fiktionen und Theorien im akademischen Elfenbeinturm musste sich etwas ändern. Zwar hatte ich mir selbst irgendwann einmal versprochen, nie eine Aufgabe zu wiederholen – und dennoch schlichen sich in meinen akademischen Arbeitsalltag schließlich doch erkennbar Tristes, ermüdende Gewohnheit, ein gewisser Trott und schließlich sogar eine lehrinhaltliche Langeweile ein. Ich wünschte mir aber eine Symbiose aus Freiheit und Verpflichtung. Ich suchte die Auseinandersetzung zwischen dem unverbindlichen und freien Experiment und der verpflichtenden Praxis. So stellte sich mir die klassische Frage: Was tun?

ANEKDOTE

Mit dem Gefühl eines Versicherungsagenten, dessen Prämie vom erfolgreichen Verkauf einer Kapitallebensversicherung abhängt, betrat ich schließlich das hübsch eingerichtete Büro der Lufthansa-Dependence, in die ich mich eingeladen hatte. Vor mir saß ein Typ, der mir (auf Anhieb!) nicht unsympathisch erschien. Ich stellte meine „Produktpalette“ vor und erklärte ihm, was ich in meiner akademischen Lehre so alles gemacht und an die wissensbegierigen Studierenden weitergebenen hatte.

Es entbrannte ein sensibel geführter, etwa einminütiger Dialog zwischen meinem Gegenüber und mir. 

Er beginnt offen und ich antworte ehrlich: 

Er:       Ja…und was wollen Sie?
Ich:      Geld. 

Die Antwort ist knapp und sachlich:
Er:       Haben wir nicht.

Ich fragte im Wissen um glaubhafte Gerüchte:
Ich:      Die Lufthansa soll Flüge haben.

Das Gerücht wird offiziell bestätigt und zur Tatsache befördert:
Er:       Hat sie.

Weg vom Fetisch des Geldes, hin zur Tauschwirtschaft:
Ich:      Freiflüge gegen Leistungen?

Antwort:
Er:       Darüber kann man reden.

Damit waren wir Ready for Take-Off … Und wir redeten … 

Lieber Rainer Marwede, vielen Dank für die sehr schöne Zusammenarbeit!

Das Seminar

Die Verantwortlichen der Lufthansa waren am Ende von den Ergebnissen der Studierenden schwer begeistert – und es kam, was kommen sollte.

AEROVISIONEN – DIE AUSSTELLUNG

Geplant wurde eine Ausstellung aller Seminarergebnisse im Ausbildungszentrum der Lufthansa, in Seeheim, bei Frankfurt. Es folgte eine Einladung für alle Studierenden und Lehrenden – incl. Flüge, Übernachtungen, Verpflegung rund um die Uhr mit abendlicher „Entnüchterungs-Aktion.“

Brille

Auf nach Griechenland

Dann folgte die Exkursion nach Griechenland – natürlich mit Freiflügen nach Athen. Unser Hauptsitz befand sich auf einer Insel. Dort stellte ich zwei Häuser am Meer bereit – mein eigenes und das eines alten Freundes. Am letzten Tag genossen wir die antike Kultur Athens und feierten abends den Abschied in der Taverne.

Mehr zu diesem ereignisreichen Griechenland-Abstecher später.

Dieses Seminar öffnete meiner Lehre Wege für zukünftige Kooperationen in den Bereichen der Kultur und der Politik und weiterhin mit der Wirtschaft. Ja, es war ein besonderes Seminar. Sozusagen ein Türöffner für spätere Unternehmungen ähnlicher Art. Die Route aus der Routine war als lebensfähig unter Beweis gestellt, das Gefühl des Versicherungsmaklers vom unangenehmen Gefühl der Kaltakquise hin zur gespannten „Was kostet die Welt-Einstellung“ mutiert. Und die Studierenden waren zufrieden. Der stolze Kranich auch.

Weitere Ausstellungen im Lufthansa-Zentrum Kelsterbach und im Flughafen Tegel folgten.

Hugo Boss – das größte Wandmodell Deutschlands

Wandgestaltung für den Hugo Boss Flagship Store in Berlin Mitte. Die Innenstadt Berlins auf 16 x 4 Metern.

Deta-Med

Vielen Dank an Frau Nare Yesilyurt für die Gelegenheit diese drei wunderbaren Projekte gemeinsam entwickeln zu dürfen.

Visualisierung zum Projekt

In Zusammenarbeit mit „Deta-Med – Kulturspezifische Krankenpflege” haben Studierende der TU Berlin Gestaltungsvorschläge für zukünftige Mieter der Deta-Med-Wohnanlage für altersgerechtes Wohnen in Modell und Bild entwickelt.

Dabei entstanden für das rund 18.000 m2 große Gelände verschiedene Konzepte zum Städte- und Wohnungsbau. Barrierefreiheit, Notfallversorgung und andere Selbstverständlichkeiten eines altersgerechten Wohnumfeldes gehören dabei zum Konzept.

Wohnanlage der Weisheit

Der Unterschied zu den herkömmlichen Alten- und Seniorenheimen liegt in der Idee die Potentiale der „Älteren” zu nutzen. Im Vordergrund des Wohnkonzeptes steht die Knüpfung und Pflege neuer sozialer Kontakte untereinander und nach außen, der kommunikative Austausch und die Möglichkeit die Lebenserfahrungen und „Weisheiten” an jüngere Menschen weiter zu geben. Die künftige „Wohnanlage der Weisheit” bietet einen würdigen Rahmen für ein Leben im Alter, das älteren Menschen gegenüber anerkennend und wertschätzend ist.

Seniorenwohngemeinschaft und Tagespflege Gallwitzallee

Gemeinsam mit dem Fach Modell+Design, der Technischen Universität Berlin, unter der Leitung von Burkhard Lüdtke, haben sich Studierende der Fachrichtung Architektur Gedanken zur Um- und Neustrukturierung des Hauses gemacht. Die Ergebnisse sollen aufzeigen, welches Potential das Gebäude für die neuen Nutzungen bietet, sie sollen zum Um- und Weiterdenken anregen und erhebendabei noch keinen Anspruch darauf umsetzungsfähig und vollendet zu sein.

Das Grundstück befindet sich im Berliner Stadtteil Lankwitz. Dieser gehört zu einem der sieben Ortsteile des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf und wird hauptsächlich von kleinen Wohnsiedlungen und Einfamilienhäusern geprägt. In unmittelbarer Nähe zu dem Bauobjekt bietet der Gemeindepark Wiesen zum Entspannen, Blumenbeete, einen Teich und einen 13 m hohen Berg. 

Bei dem Bestandsgebäude handelt es sich um einen für die 1950er Jahre typischen eingeschossigen Bau für die Nahversorgung. Ziel des Entwurfes ist der Umbau, bzw. der Teilabriss und Neubaufbau sowie die Neustrukturierung des Gebäudes. Das Gebäude soll auf einem Drittel seiner Grundfläche um ein Geschoss erhöht werden. Erdgeschossig sollen Räume für eine ambulante Tagespflege und im neuen Obergeschoss Räumlichkeiten für eine SeniorenWohngemeinschaft entstehen.

Hospiz Mahlow

Zwei realistische Entwurfsaufgaben für Umbaumaßnahmen in Kooperation mit „Deta-Med – Kulturspezifische Krankenpflege,” Nare Yesilyurt. 50 Studierende (von 250 Bewerbern) nahmen an diesem Seminar teil. Wohlwissend, dass es sich hierbei um keine spektakuläre Freizeit-, Bildungs- oder Unterhaltungsarchitektur handelt, nahmen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese außergewöhnliche Herausforderungen an. Für den Umbau einer ehemaligen Poliklinik in Mahlow zu einem Hospiz entstanden 11 Entwurfsvorschläge in Modell und Bild, für die Tagespflege mit Seniorenwohngemeinschaft in der Gallwitzallee wurden 9 Entwürfe erstellt.

„Es gibt keine
sensiblere Aufgabe
als die Gestaltung
eines Hospizes.“

STILLE – ÄSTHETIK – FUNKTION

Unter Berücksichtigung ästhetischer und funktioneller Ansprüche versuchten wir folgende Bereiche in Einklang zu bringen.

  • Zweigeschossiger Gebäudeteil (Versorgung)
  • Eingeschossiger Gebäudeteil (Wohnungen und Patienten) 
  • Außenbereich (Garten, Terrasse, Wald, Wege usw.)

LICHT UND NATUR

Bei der Entwicklung und Suche nach Raumstrukturen war uns die Öffnung zu Tages- und Sonnenlicht besonders wichtig. Der Wunsch nach natürlicher Beleuchtung bestimmte in erster Linie die Strukturen der Fassaden. Fenster, Türen und Oberlichter sollten die Architektur nach Außen öffnen, und nach Innen belichten. Die natürliche Belichtung bestimmte die gesamte Gestaltung des Innen- und Außenraumes und wird den Patienten ein großes Spektrum an sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten bieten. z.B.: Weite und Ferne, Licht und Natur, Tag und Nacht, Garten- und Waldluft (Klima), Mond und Sterne, Ruhe und Unterhaltung …

Die Wohnkompanie

Vielen Dank an Herrn Stephan Allner für seine Großzügigkeit und dafür, dass er unsere Studierenden so verwöhnt hat! Die Zusammenarbeit war für mich und meine Studierenden etwas Besonderes!

Herr Stephan Allner verschafft uns einen Überblick

Konzeptentwicklung für die ehemalige Zigarettenfabrik Reemtsma
Kooperation & Seminar

In Kooperation mit „Die Wohnkompanie“ entstanden 17 Ideen zu Nutzungskonzepten für die ehemalige Zigarettenfabrik. 

Das Vorhaben der Wohnkompanie, dem alten Reemtsma-Gelände ein neues „Leben“ einhauchen zu wollen, war eine willkommene Abwechslung zum Universitätsalltag und eine ideale Aufgabe, bei der die Studierenden die scheinbar architektonische Realität „verantwortungsvoll“ erfahren durften

Einzigartige Ideen und Visionen

Im Mittelpunkt standen die Auseinandersetzung mit dem Bestand und die Suche nach Form und Funktion. Gefragt waren „einzigartige“ Ideen, funktionale Konzepte, aber genauso Visionen, Fiktionen und „Luftschlösser.“ 

VW Osnabrück

Entwurf eines
Werksrestaurants

Im Auftrag der VW Osnabrück wurde ein Seminar mit 27 Studierenden der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurswesen durchgeführt.

Die Aufgabenstellung war die Umgestaltung eines Betriebsrestaurants. Bei einer ersten Besichtigung haben wir festgestellt, dass der Standort mit einer Zusammenführung von Unter- und Erdgeschoss eine Öffnung des Gebäudes, mit Terrasse und Eingang zum vorgelagerten Platz verlangt.

Ausgehend von dieser Erkenntnis entstanden neun sehr unterschiedliche Entwurfsvorschläge. Hier gezeigt in Visualisierung, Modell und Grundriss des Untergeschosses für das neue Restaurant.

VW Sachsen – Von der Werkskantine zum Werksrestaurant

An dieser Stelle möchte ich mich bei Wilhelm Bernstein herzlich bedanken. Die Zusammenarbeit mit Dir war für meine Studierenden, die Mitarbeitenden und für mich persönlich sehr wertvoll und bereichernd. Danke für alles.

Fertiggestellt im Sommer 2012! Der Entwurf wurde mit Studierenden des Fachs Modell+Design für die VW Sachsen AG gestalterisch entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Verschiedene Entwurfsideen sind dabei zu einer Gestaltung zusammengefasst.

Der Würfel als Grundelement bestimmt die Gestaltung. Mit einer Kantenlänge von 35 cm funktioniert er in allen Bereichen (direkt oder indirekt) als Grundmodul. Auf diesem Modul basierende Raumteiler in unterschiedlichen Varianten strukturieren kombiniert mit weißen Leuchtelementen den Gastraum neu. An beiden Seiten der Raumteiler befinden sich durchgehende Sitzbänke. 

Das dritte dominierende Gestaltungselement ist die Farbe „Hausrot“ der Sitz- und Rückenpolster. Neben dem Weiß, dem Licht der Würfellampen und verschieden Grautönen ist sie die bestimmende Farbe

Für Sie: Ideen und Inspirationen

Sehr geehrte Damen und Herren aus der Wirtschaft.

In Kooperationsseminaren mit 50-60 Studierenden werden in einer Mischung aus traditionellen und modernsten Techniken (analog und digital) Gestaltungsmöglichkeiten für Sie gesucht, gefunden und vorgeschlagen. Die Ergebnisse präsentieren sich in Form von dreidimensionalen Modellen, Plänen, Zeichnungen, Visualisierungen und Bildern, also 3- und 2-dimensional.

Die von Ihnen finanzierten Seminare sollen als Anregungen, Impulse, als andere Sichtweisen und somit als Ergänzungen Ihrer eigenen Vorgehensweisen auf dem Weg in die Konkretisierung verstanden werden.